Aufbereitung & Bewertung:

Aufbereitungsphilosophie:

Das ist vielleicht offensichtlich, aber ich erwähne es sicherheitshalber: Jede hier angebotene Pfeife ist eine Estate-Pfeife, also bereits benutzt worden.

I will try to sum up my restoration philosophy and morals, but keep in mind that every restoration is approached very individually.

Mein Hauptziel ist immer, der Pfeife gerecht zu werden und ihr in ihrem „zweiten Leben“ die bestmögliche Chance zu geben – und zwar bewusst eher konservativ. Es geht mir darum, Originalität, Charakter und Geschichte zu erhalten, statt eine Pfeife künstlich „wie neu“ aussehen zu lassen. Ich vermeide unnötigen Materialabtrag und aggressives Nachfinishen.

Wie bei allem gibt es auch bei diesen Grundsätzen Ausnahmen: Wenn ich zum Beispiel eine recht neue Pfeife aufbereite, die bewusst „wie neu“ aussehen soll und nicht wirklich historischen Wert hat, dann korrigiere ich manchmal Dinge, die ich bei einer 50+ Jahre alten Pfeife niemals anfassen würde.

Am Ende des Tages ist eine perfekte Aufbereitung für mich eine, bei der kein Material weggeschliffen wurde und die originale Beize zu 100% erhalten geblieben ist.

Trotzdem muss ich immer abwägen, was der Pfeife die „beste Chance“ gibt – und wenn ich sehe, dass sie von einer bestimmten Korrektur mehr gewinnt als verliert, dann mache ich am Ende einfach das, was ich für die Pfeife am sinnvollsten halte.

Bewertungs-Überblick:

Wie man sich denken kann, führen diese ziemlich strikten Grundsätze dazu, dass die Endergebnisse nie komplett gleich aussehen – einfach weil die Pfeifen in ganz unterschiedlichen Zuständen bei mir ankommen.

Genau deshalb habe ich mein Aufbereitungs- und Bewertungssystem erstellt.

Ich gebe zuerst kurz den Überblick und danach die konkreten Regeln für jede Stufe – so transparent wie möglich.

Grade-A-Pfeifen – komplett nach meinen Standards aufbereitet und rauchfertig. Diese reichen von A1 bis A5.

Grade-B-Pfeifen – diese Pfeifen haben es aus dem einen oder anderen Grund nicht in mein Aufbereitungsprogramm geschafft, und ich habe entschieden, sie nicht zu restaurieren. Sie werden trotzdem auf größere Schäden geprüft, aber überhaupt nicht aufbereitet. Das sind entweder B1 oder B2.

Aufbereitungsgrade:

A1 – nur NOS- und ungerauchte Pfeifen.

A2 – kaum gerauchte Pfeifen (unter 10 Mal), praktisch im Neuzustand.

A3 – sehr nah am „wie neu“-Zustand, aber leichte Gebrauchsspuren oder minimale Aufbereitungsspuren sind okay.

A4 – deutlichere Gebrauchsspuren oder Aufbereitungsspuren sind erlaubt, aber nur rein optische. Alles wird ausdrücklich erwähnt und in den Fotos gezeigt. Keine Reparaturen an der Pfeife.

A5 – hier zählt vor allem eins: ob eine größere Reparatur nötig war (z.B. Risse kleben, nachformen, füllen usw.). Selbst wenn eine Pfeife eigentlich A2 wäre – eine einzige Reparatur macht sie automatisch zu A5.

B1 – unrestaurierte Pfeifen ohne größere Reparaturen. Ein guter Restaurator kann sie in der Regel bis A1–A4 bringen.

B2 – unrestaurierte Pfeifen mit Reparaturbedarf. Realistisch ist hier maximal ein Ergebnis bis A5.

 

Hinweis

Grade-B-Pfeifen sind perfekte Projektpfeifen – oder eine entspannte Möglichkeit, den Restaurationsprozess selbst zu lernen, ohne Angst haben zu müssen, eine schöne Dunhill oder Peterson zu „versauen“.

Trotzdem kann ich hier keine Ergebnisse garantieren – das hängt stark vom eigenen Können ab.

Grundablauf meiner Aufbereitung:

1. Inspektion

2. De-Ghosting (Gerüche entfernen)

3. Reaming the bowl

(I always aim to leave a thin carbon layer, but most of the time they will have none, because I wanted to see if there is any hidden damage to the briar)

4. Gründliche Innenreinigung der kompletten Pfeife (Kopf, Holm und Mundstück)

Da jeder da seine eigenen Standards hat: Bitte geh davon aus, dass das zu ca. 90% so ist, wie du es selbst machen würdest – eventuell brauchst du noch 1–2 Minuten, bis es für dich wirklich „rauchfertig“ ist.

5. Kopfkanten-/Randarbeit

Lava runter, Verfärbungen/Unebenheiten ausgleichen, kleine Schäden bereinigen. Dieser Schritt entscheidet oft am stärksten, in welche Grade eine Pfeife am Ende fällt.

6. Oberfläche

Reinigen, Dellen/Schäden beurteilen, ggf. beizen und polieren. Hier geht’s viel um Kontrolle und Entscheidungen.

7. Mundstück

Oxidation entfernen, Passung prüfen, Tooth chatter glätten, Biss-/Button-Schäden beheben, polieren.

(Bei älteren Pfeifen – vor allem mit „schwachem“ Logo-Stempel – lasse ich den Bereich um den Stempel manchmal minimal oxidiert, um den Stempel nicht zu beschädigen.)

8. Wachs

Zum Schluss kommt eine hauchdünne Schicht Carnaubawachs aufs Briar. Die ist nicht als „für immer Hochglanz“ gedacht – sie schützt erstmal sehr schön, wird aber nach 1–3 Köpfen (oder durch die Hände) teilweise wieder „eingearbeitet“ und endet in einem natürlicheren, altersgerechten Satin-Finish.

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